Häufig gestellte Fragen
Was genau ist dein Plan?
Ich möchte nach Südamerika und die hohe Biodiversität vor Ort erleben, erforschen und von Ökologinnen und Ökologen vor Ort lernen. Dafür möchte ich 1-2 Praktika absolvieren, mich für ein Auslandssemester in Bogotá bewerben und weitere Schutzgebiete und außergewöhnliche Natur auf eigene Faust bereisen. Die ganze Reise möchte ich jedoch ohne Langstreckenflug durchführen. Fliegen möchte ich nur, falls es nicht anders geht (zum Beispiel um aktuell gefährliche Regionen zu umfliegen). Die restlichen Strecken möchte ich so gut es geht mit geringem ökologischen Fußabdruck zurücklegen, also per Segelboot, Zug, Bus oder Trampen. Das heißt konkret: Forschung in den Tropen, Entdeckungsreisen und 2 Atlantiküberquerungen per Segelboot.
Wieso machst du das?
Ich bin insbesondere begeistert von tropischer Flora und Fauna, deren intensive aber auch sensible Zusammenhänge und will mich für den Schutz von natürlichen Ökosystemen einsetzen. Da die Biodiversität und der Anteil unberührter Natur in Südamerika viel höher als bei uns in Europa ist, möchte ich in und von den tropischen Gebieten lernen. Ich möchte die Superlativen der Biodiversität erleben und zu deren Schutz beitragen, bevor ich mich künftig für den Erhalt unserer Kulturlandschaften in Europa einsetze.
Ich sehe es als indiskutabel an, auch selbst nach meiner Ethik zu handeln. Ich studiere selbst Ökologie und Umweltplanung, lebe in meinem Alltag sehr umweltbewusst und finde es nicht fair, wenn wir als Menschen auf Kosten der Natur leben. Vor allem wenn es sich vermeiden lässt. Deshalb möchte ich nicht aufgrund meiner Wissbegierde und Neugierde an Biodiversität gleichzeitig auf Kosten dieser hoch sensiblen Ökosysteme handeln und mit einem Langstreckenflug diesen einen Schaden hinzufügen. Ich habe Zeit, bin jung, habe noch wenig Verpflichtungen, die mich an einem Ort halten und vor allem habe ich große Lust mich selbst herauszufordern und dazuzulernen.
Ist es nicht gefährlich über den Atlantik zu segeln? Und Südamerika?
Hochseesegeln ist natürlich kein Zuckerschlecken im Vergleich zu anderen Sportarten. Ich bin von Wind und Wetter abhängig, aber natürlich auch von der Stabilität des Bootes und einer gut funktionierenden Crew. Mit einem guten Wetterfenster, einem hochseetauglichem Segelboot und gut ausgebildeten Crewmitgliederinnen und Skipper ist das aber machbar. Da ich aktuell viel zu wenig Segelerfahrung habe, um dies ansatzweise alleine bewältigen zu können, bin ich auf der Suche nach Boot/Crew, wofür ich als Deckhand aushelfen kann. Vor der Atlantiküberquerung lerne ich besser zu segeln und das Leben an Bord kennen. Die aktuellen 2 Wochen Ostseetörn sind auf jeden Fall nicht Erfahrung und Sicherheit genug für mich. Deshalb vertiefe ich durch ca. 3,5 Monate mitsegeln mit verschiedenen Crews/Booten vor der Überquerung meine Skills und kann danach selbst besser einschätzen, mit welchem Boot/welcher Crew ich mir eine Atlantiküberquerung potenziell vorstellen kann. Aber vor allem ein soziales Experiment wird es trotzdem bleiben, auf kleinstem Raum 3 Wochen ohne große Ablenkung von außen miteinander klar zu kommen. Vor allem in stressigen Situationen, in denen man als Team funktionieren muss.
In Südamerika informiere ich mich über aktuelle Reisewarnungen und -hinweise in der “Sicher Reisen” App des Auswärtigen Amtes und ich bin in der ELEFAND Krisenliste des Auswärtigen Amtes eingetragen. Das heißt, falls im Land vor Ort Krisen auftreten, werde ich informiert und evtl. in Krisenbewältigungsmaßnahmen einbezogen. Besonders große Städte möchte ich vermeiden bzw. mich zumindest nur in den sicheren Vierteln aufhalten. Bei Dunkelheit fahre ich immer per Taxi von offiziellen Taxi Anbietern.
Welche Länder wirst du bereisen?
In Europa: Auf jeden Fall Spanien (+ Mallorca, Kanaren), Portugal (+ Madeira). Wahrscheinlich kommen auch noch andere Länder dazu, je nachdem wie es sich für den Mittelmeertörn ergibt.
In der Karibik: Falls das Boot der Atlantiküberquerung zuerst die Karibik ansteuert, werde ich wahrscheinlich diese Inseln besuchen: St. Lucia und Martinique. Zur Rückreise über den Atlantik dann voraussichtlich: Dominikanische Republik und Costa Rica
In Südamerika: Das Boot kann aber nach der Atlantiküberquerung auch Brasilien zuerst ansteuern. Für ein Praktikum geht es danach in den Chiquitano Wald nach Bolivien. Ansonsten habe ich mir fürs alleine bereisen diese Länder vorgemerkt: Brasilien, Kolumbien und Peru. Von Uruguay und insbesondere Chile habe ich auch nur Empfehlungen bekommen, aber wahrscheinlich schaffe ich es nicht, diese aus Zeit- und Entfernungsgründen zu besuchen. Vor allem weil ich Flüge wie gesagt möglichst vermeiden möchte.
Wie kann man mit dir in Kontakt bleiben?
Vor allem am Anfang meiner Reise in Europa ganz einfach per Nachricht, Anruf… Während der Atlantiküberquerung voraussichtlich gar nicht (außer Skipper besitzt Starlink). Zusätzlich kann man mich per AIS Code des Bootes live auf der Karte tracken. In Südamerika kümmere ich mich natürlich um eine SIM Karte und kann außer bei längeren Reisen natürlich in Kontakt bleiben. Die Zeitverschiebung macht Telefonieren wahrscheinlich schwer, aber planbar ist alles. Sobald ich WLAN und neue Erlebnisse habe, poste ich diese auf jeden Fall hier auf meinem Blog, sodass ihr alle gleichzeitig mitbekommt, was bei mir so los ist :) Über die Kommentarfunktion könnt ihr außerdem direkt zu allen neuen Erlebnisse eure Gefühle und Gedanken teilen.
Wann bist du wieder da?
Voraussichtlich bin ich April 2028 wieder in Deutschland
September-Oktober 26: Portugal, evtl. Marokko segeln (Crew 1)
November-Januar 27: Balearen, Spanienküste, Madeira, Kanaren (Crew 2)
Januar/Februar 27: Atlantiküberquerung
Februar-März 27: Reisezeit Karibik & Südamerika
April-Juli 27: Pflichtpraktikum 1 im Chiquitano Trockenwald über das WildLIVE! Projekt des Senckenberg Instituts (4/6 Monaten)
August-Dezember 27: Voraussichtlich Auslandssemester in Bogotá
Januar-Februar 28: Pflichtpraktikum 2 (6/6 Monaten)
März-April 28: Atlantiküberquerung voraussichtlich DomRep-Bermuda-Azoren-Niederlande